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31.7.2004
Strecke:
Nordkap – Alta 230 km unterwegs:
6 Stunden 30 Minuten
Wie "normal" für die Einheimischen das
Nordkapplateau ist erfahren wir um 2 Uhr
morgens: Flink werden die Abfalleimer
von der Müllabfuhr geleert – es ist ja schließlich hell!! (Alltag am
Nordkap?
!?) Natürlich sind wir nach nur rund 6 Stunden Schlaf
an diesem Morgen hundemüde und schleppen uns über das
Plateau zu den
Toiletten. Es sind nur noch wenige Touristen auf dem
Parkplatz, und somit erscheint dieser Felsen
unwirklicher als am Abend zuvor.
Die Rentiere sonnen sich im Windschatten des Nordkapgebäudes und haben in den
vergangenen Morgenstunden die „Terrasse“
ziemlich vollge......
Verwundert nehmen wir zur Kenntnis, dass so nach
und nach Menschen hier eintreffen, die auf dem
Nordkapplateau arbeiten. An sich
logisch, aber irgendwie seltsam sich vorzustellen Postbeamter am Nordkap zu
sein.
Ein wenig wehmütig verlassen wir den Felsen um 10
Uhr und fahren die selbe Strecke auf der 69 zurück – eine
andere Straße
Richtung Süden gibt es nicht. Doch bevor wir die faszinierende Insel Mageroya
verlassen statten
wir Skarsväg einen Besuch ab um zum Kirkeporten zu wandern.
Reiseberichten zu Folge soll es relativ problemlos
innerhalb einer halben Stunde
zu erwandern sein, also genau das richtige nach der langen Nacht. Danke an
alle Reiseberichterstatter: Ein Hinweis
darauf, dass man während dieser halben Stunde 25 Minuten lang steil
bergan
klimmt und 5 Minuten steil bergab rutscht und irgendwie kommt mir der Rückweg
ganz genauso vor – hätte mir
geholfen! MEINE B E I N E!!! Trotzdem: Die Aussicht ist
genial und Norbert
versucht das Kirkeporten aus allen Perspektiven zu fotografieren –
letztendlich findet er
auch hier seine Rentiere.
Vom Kirkeporten aus werfen wir
noch einmal einen (letzten) Blick auf den
Nordkapfelsen, oder das, was wir dafür
halten. Im übrigen wird der Extremhügel von einem Huski
„bewacht“, dessen Hobby darin zu bestehen scheint: “Wer traut sich heute
an mir vorbei wenn ich jaule, knurre oder belle?“ Skarsväg selbst ist ein
kleiner Fischerort mit wenigen Häusern (wie man auf dem Foto sehen kann), hat
aber einer Kirche, einem Friedhof! und einer Grundschule, auf dessen Schulhof
wir geparkt haben (Ferien!). Wieder kann ich mir nur schwer vorstellen, dass es
hier einen ganz normalen „Alltag“ gibt und meine Bewunderung und mein
Respekt vor den Einheimischen nördlich des Polarkreises wächst enorm. Die ersten 100 km unserer Rückfahrt dauern annähernd
3 Stunden, denn hinter jeder zweiten Kurve sonnt sich ein Rentier auf der Straße.
Es sind allerdings auch die letzten Rentiergruppen die wir treffen,
und wir werden sie vermissen. In Olderfjord kaufen wir frisches Brot, das in
Norwegen wirklich gut schmeckt!!! Allmählich kehren die Birken zurück und über
eine lange Strecke hinweg begleitet uns durch die canyonähnlichen Schluchten
hinweg der Reppafjordelva. Doch der Fluss verschwindet und wir erreichen
unmerklich weil ohne spürbare Steigung geschehen, ein baumloses Fjell, das
Sennalandet. Die Straße scheint wie ein Band in die Landschaft gelegt und die
Sonne brennt durch die Windschutzscheibe. Mindestens ein Grund zuviel: Norbert wird müde und
schmeißt sich auf einem Parkplatz ins Etagenbett – pooft 10 Minuten hörbar
tief und fest und schafft dann doch noch mühelos die letzte halbe Stunde der
Fahrt bis Alta. Alta gibt sich mit funkelndem tiefblauen Wasser und
dunklen Bergen alle Mühe uns willkommen zu heißen. Wir erliegen dieser
Postkartenkulisse (... geben unserer Müdigkeit nach) und fahren um 16:30Uhr auf
den Kronstad Campingplatz. Mit uns checkt eine weitere
deutsche Familie ein, deren Wohnwagen von einem Pannendienst auf den
Campingplatz abgestellt wird. Sie tun uns Leid, denn so weit von Deutschland
entfernt wachsen die negativen Umstände bei einer Panne gravierend an.
Unweigerlich halten wir in den nächsten Tagen Ausschau nach Autowerkstätten
und besonders Fiatvertretungen. Zu diesem Zeitpunkt ein Lob an unseren Vermieter:
Das Womo war hervorragend in Schuss. Die Campingplatzanlage ist sehr
gepflegt und besonders die sanitären Anlagen laden zum Duschen ein. In einem kleinen Fluss testet Thomas das glasklare
Wasser: Beim Steine Hineinstoßen versenkt er gleichzeitig seine Armbanduhr –
er findet sie glücklicherweise wieder. Eine Busladung rumänischer Jugendlicher schlägt
am Abend ihr Lager gegenüber unseres Womos auf. Es scheint eine ganz klare
Rollenverteilung zwischen den `wenn ihr Hunger habt, dann kocht euch was`
Betreuern, den `wo stehe ich am besten rum` Leuten, den `kommst du mit Haare
waschen` Mädchen und den `ich mach mich nützlich` Jugendlichen zu geben –
nicht anders als anderswo auch. Außer eines relativ niedrigen
Geräuschpegels beim mitternächtlichen Volleyballspielen haben wir von dieser
Gruppe allerdings nichts gehört!
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