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9.8.2005
Strecke Mo i Rana – Torghättan: 248 km unterwegs: 6 Stunden 15 Minuten Mit fast
frischen Brötchen starten wir in den heutigen Tag, der uns an die Küste
bringen soll. Wir durchfahren den schönen Ort Mosjön und finden
bald den gut ausgeschilderten Lachsfossen. Fast eine Stunde lassen wir uns von
den verzweifelten Versuchen der Lachse fesseln, den schätzungsweise 10 – 15m
hohen Wasserfall hinaufzuspringen. Es gelingt uns tatsächlich Beweisfotos
dieses Vorhabens zu sichern, darauf sind wir sehr stolz. Inzwischen wird es immer wärmer.
Landschaftlich ist die Straße RV76 nach Bronnesund,
unserem nächsten Ziel, sehr schön, abgesehen vom 6km langen Tunnel und einer
nicht enden wollenden Baustelle. Schon
aus 20km Entfernung kann man kurz einen Blick auf den Torghättan ergattern,
doch die Strecke bis dorthin zieht sich. Ich vermute, wir sind einfach noch zu müde
von den Anstrengungen und zu satt von den Erlebnissen Tags zuvor. Um dem berühmten Felsenloch sehr nahe zu sein,
muss man wieder steil bergan klettern, offensichtlich eine Vorliebe der
Norweger. Wir nehmen die Strapazen auf uns, doch etwa 100m vor dem Ziel trete
ich in den Streik, denn der Weg besteht nur noch aus Geröll
und das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. Meine Beine bestehen zu
diesem Zeitpunkt zugegebener Maßen auch nur noch aus willenloser Masse. Norbert und Thomas klettern weiter und schießen
wieder zahllose Fotos. Meike und ich haben anschließend etwas Schwierigkeiten
uns das Bergloch vorzustellen und kapieren nur langsam, dass es eine Art Tunnel
ist, durch den man hindurch gehen kann.
Zum nächsten Campingplatz der sinnigerweise Toghättan
Camp heißt, ist es nur einen Kilometer. Dieser entpuppt sich als Paradies für Kinder: Hier
laufen Kaninchen, Meerschweinchen und Pferde frei herum; es gibt mehrere
Minitrampoline, eine extra Badebucht für kleinere Kinder und auf dem Wasser können
sie sicher Schlauchboot fahren. Woran es diesem Platz mangelt sind TOILETTEN,
gerade mal 2 funktionstüchtige für Männlein und Weiblein. Zu allem „Überfluss“
im sanitären Bereich kommt am Abend eine etwa 10köpfige Easy Rider
Motorradgruppe auf den Campingplatz. Jetzt fehlt den sanitären Anlagen
eindeutig der frische Sauerstoff. Trotzdem gefällt es uns hier sehr gut
und Thomas und Meike genießen die Abwechslung, die ihnen die Beschäftigung
mit den Pferden bietet. Mit Mirakoli und Sonnenschein
findet dieser Tag einen würdevollen Abschluss.
10.8.2005
Strecke Torghättan – Steinkjier: 316 km
unterwegs: 6 Stunden 30 Minuten
Die 20 Minuten, die wir heute morgen früher als gewöhnlich aufbrechen, „verschenken“ wir dank fehlender Hinweisschilder damit, 10 Minuten in die falsche Richtung zu fahren. Dennoch erreichen wir die Fähre Vennesund – Holm
eine Viertelstunde vor dem Ablegen. Diesmal werden unsere beiden Mitfahrer im
Zwischenheck vom schlurfigen alten Ticketverkäufer übersehen und somit sorgen
wir für die nötigen blinden Passagiere. Die 20minütige Überfahrt ist bei strahlendem
Sonnenschein ein Genuss und hätte ruhig länger dauern können. Auf der RV 17 durchqueren wir wieder eine
wunderbare Landschaft. Leider gibt es nirgends eine Anhaltemöglichkeit, unser
Archiv an Fotos wäre wohlmöglich explodiert. Kurz vor Grong nutzen wir die Gelegenheit
Puddingteilchen bei einer Tasse Kaffee zu verputzen und fahren gut gestärkt
weiter Richtung Trondheim. Abseits der E6 landen wir auf einem sehr gepflegten
Campingplatz, dem Soria Moria Camping. Wieder informiert uns nur ein Schild im
Fenster des Kiosk darüber, dass der Besitzer gegen 17 Uhr auf den Platz kommt.
Wir suchen uns einen Stellplatz aus, nutzen die sauberen Duschen und Toiletten
um aus uns wieder menschlich duftende Wesen zu machen und genießen den späten
Nachmittag in der untergehenden Sonne. Die nette Besitzerin öffnet
tatsächlich um 17 Uhr das Kiosk und gibt mir die Gelegenheit Norbert mit einer
Chipstüte zu versorgen. Beim spätabendlichen
Federballspielen deponieren Thomas und Meike die Federbälle auf dem Dach des
Womos.
11.8.2005 Strecke Steinkjier – Dombas: 284 km
unterwegs: 5 Stunden 45 Minuten
Wir lassen Thomas bei der Abfahrt einige Meter
hinter dem Womo herlaufen und die herabfallenden Federbälle einsammeln. Es sind nur noch 80km bis Trondheim, die Straße
wird breiter und der Verkehr dichter. Wir müssen zwei mal dicht
aufeinanderfolgend Mautgebühren bezahlen und sind schneller als gedacht
„drin“ in Trondheim und wieder „raus“ aus Trondheim. Somit bleibt diese
Stadt das, was sie vor der Reise war: Sehenswert (wenn man sicher weiß, wo man
das Womo parken kann). Bevor wir mit dem fließenden Verkehr wieder aus der
Stadt herausgeschoben werden erhaschen wir immerhin noch einen kurzen Blick auf
die berühmten Lagerhäuser. Bis Oppdahl, einem schönen Ort am Rande des Dovre
Fjells, bleibt der Verkehr relativ dicht, dann kehrt wieder Ruhe ein. Das Dovre Fjell ist landschaftlich wieder eine
Augenweide und die Gipfel der Berge schneebedeckt. Wir schießen unter anderen
ein Foto von einem Berg von dem wir glauben, das es der 2286m hohe Snöhättan
ist. Es ist auch heute wieder sehr warm und wir steuern
schon um 15Uhr15 einen Top Campingplatz in Dombas an. Der Trolltun Gjestegard
liegt an einem Skizentrum und jede Parzelle ist wieder mit einer eigenen
Holzterrasse ausgestattet. Am Hang gelegen brennt die Sonne ohne Erbarmen,
doch die leichte Brise macht daraus einen wunderbaren Nachmittag zum Genießen
und Entspannen.
12.8.2005
Strecke Dombas – Geiranger: 165 km unterwegs: 5 Stunden 30 Minuten
Heute steht uns eine der interessantesten
Streckenabschnitte der Reise bevor. Wir verlassen den Campingplatz um 9:45Uhr Richtung
Andalsnäs. Die Straße windet sich in etwa 300 – 400m Höhe am Hang entlang
und eröffnet dadurch eine wunderbare Aussicht ins Tal des Lagen. Wieder finden
wir keine Parkmöglichkeiten um diesen Eindruck auf die digitalen Chips zu
brennen. Das Tal verengt sich und ein kleiner Fluss
begleitet uns eine ganze Weile durch das Romsdalen. Wir statten ihm einen Besuch
ab und Norbert testet das kalte Wasser infolge einer gewagten Kletterpartie. Vor uns türmen sich über 1700 Meter hohe,
schneebedeckte Berge auf, und wir finden ungeplant den Slettafossen, einen
imponierenden Wasserfall, der ein paar Fotos wert ist. Vor der Abzweigung zum
Trollstigan putzt Norbert vorsichtshalber die Windschutzscheibe..... Wir schließen uns der Karawane auf der RV 63 an
und klettern mit dem Womo die 11 Haarnadelkurven des Trollstigsveien hinauf. Das
ist ein Erlebnis, dass wir alle nicht missen möchten: Wir fotografieren bei
jeder möglichen Gelegenheit, leider gibt es
nur wenige Parkmöglichkeiten, und ignorieren dabei einfach das
Gegenlicht, dass die Qualität der Fotos und Filmaufnahmen einschränkt. In den letzten Kurven übergibt mir Norbert
vertrauensvoll die Filmkamera für Liveaufnahmen; leider ist der Zoom
eingeschaltet und ich bemerke das nicht, weil ich die Kamera aus dem Fenster
halte (und die Augen schließen
muss – wegen der Sonne * grinz *). Auf dem Gipfel werden wir überrascht von der
unglaublichen Anzahl an Autos, Bussen, Womos, Motorradfahrer usw.. Natürlich,
wir sind ja auch da. In zahlreichen Souvenirläden wird das verkauft, was man
auch am Nordkap schon kaufen konnte (außer den Postkarten vom Trollstigan). Wir wandern noch eine ganze Weile auf dem Gipfel
herum und beobachten die den Berg hinaufkletternden Fahrzeuge. Unverständnis
erntet eine Gruppe Radfahrer, die im Höllentempo den Trollstigan hinunterschießet.
Offensichtlich sind sie sich der Gefahr nicht bewusst, die hinter jeder der
Haarnadelkurven in Form von Autos lauern können. Der Weg hinunter hinter dem
Trollstigan führt durch ein schönes Fjell und bringt uns zur Fähre Linge –
Eisdal. Auf halber Strecke zum Geirangerfjord finden wir
auf dem Solvang Camping einen ruhigen Stellplatz und sehr gepflegte sanitäre
Anlagen vor. Wie offensichtlich auf den kleinen Campingplätzen üblich zahlen
wir erst am Abend an den heimgekehrten Campingplatzbesitzer. Da wir schon um 15:15Uhr den
Stellplatz beziehen, können wir uns richtig ausruhen vor der letzten
Norwegenetappe.
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