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26.7.2004
Strecke Mora/Siljansee – Hammerdal: 358km
unterwegs: 6 Stunden 30 Minuten Nach
der ersten Nacht auf einem Campingplatz fühlen wir uns gleich wie alte
Routiniers.
Bei
der Abfahrt vom Campingplatz bestaunen wir im Gegenzug eine Gruppe Wildgänse
und geben den einzelnen Tieren allen uns aus den Erzählungen von Nils
Holgersson bekannten Namen. Schließlich
fühlen wir uns wie ein Teil der Geschichte um Nils Holgersson, wie Zugvögel
auf einer langen Reise. Die
Zuversicht dieser Vögel nehmen wir mit auf unseren langen „Flug“.
Mora
und auch das Gebiet nördlich dieses Ortes ist in jedem Fall eine Reise wert,
landschaftlich sicherlich eine der schönsten Regionen in Schweden!
Dass
es in Östersund, der letzten wirklich großen Stadt auf dem Weg nach Norden,
einen MC Donald geben muss, daran besteht kein Zweifel. Und richtig, den finden
wir auf Anhieb, so, wie alle
anderen Schweden dieser Region zu diesem Zeitpunkt auch. Offensichtlich ist dies
der einzige MC Donald im Norden Skandinaviens, so voll wie es hier ist (wie
Recht wir doch behalten sollten!) Dennoch
lassen wir uns nicht von dem Ziel, Fritten und Chicken MC Nuggets zu essen
abbringen. Bereits
um 16:30 Uhr erreichen wir Osterasens Camping etwas südlich von Hammerdal. Auf diesem kleinen Campingplatz fühlen sich Thomas
und Meike nicht nur wegen des kleinen Sees pudelwohl. Hier herrscht wenig
Betrieb und sie entdecken ein neues Hobby: Menschen beobachten und ihnen neue
spezielle Namen geben. Das ist niemals böse gemeint, sondern führt nur dazu,
sich leichter an Orte zu erinnern. Selbst für die Hunde werden Namen erfunden.
In Österasen erringe ich den Ruhm des
Schlappenretters: Meike will Norbert demonstrieren, wie weit sie einen
herrenlosen Wasserball in den Badeteich schießen kann – sofort weiß sie
auch, welche hervorragenden Flugeigenschaften ihr Schlappen besitzt. Da sich
niemand dazu bereit findet, den schwimmenden Schuh ebenso schwimmend aus dem See
zu retten kommt Logik ins Spiel: Mit Wellenbewegungen, hervorgerufen durch
gezieltes Steinewerfen vom
Sprungturm ausgehend über den Schlappen hinweg
müsste die einzigartige Fußbekleidung den Weg zurück ans rettende Ufer
finden können. Gefühlvoll werfe ich einige hundert Kiesel in die
Nähe des Schlappens in den See, der Wasserspiegel steigt deutlich an, aber die
Rechnung geht auf: der Schuh schippert ans Ufer und bekommt die Chance sich über
Nacht bei leichtem Regen zu erholen.
An diesem Abend wollen wir gar nicht schlafen gehen, so entstehen um 23:00Uhr
noch einige Abendaufnahmen und wir haben den Eindruck, dass es zum ersten Mal
nicht richtig dunkel wird. Wir sind jetzt insgesamt 1840km
Richtung Norden gefahren, und nun erleben wir in dieser Nacht das Gefühl was es heißt in der Nähe des Polarkreises zu sein.
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