29.7.2004            Strecke Palojoensua – Lakselv (Norwegen): 390 km   unterwegs: 11 Stunden 40 Minuten

Und weiter…weiter…weiter: Der finnische Campingplatz bietet uns vor der Abfahrt noch die Möglichkeit bequem Abwasser zu entleeren und Frischwasser zu tanken.

Gleich hinter der Campingplatzausfahrt soll Norbert der Abzweigung nach links folgen, doch dieser Hinweis überfordert den, die finnische Natur bestaunenden und mit den Gedanken ganz woanders, nämlich bei: wo bekomme ich finnische Euro Münzen her Womofahrer völlig. Als Mitfahrerin muss ich mich an dieser Stelle, unmittelbar nachdem ich die Fahrtrichtung bestimmt hatte damit beschäftigen, was  gerade wieder aus dem Kühlschrank geschossen ist und vor allen Dingen warum?, sonst hätte ich 30 km eher bemerkt, dass wir immer tiefer in die Tundra Finnlands hineinfuhren, als auf Norwegen zu. Zwischenzeitlich haben wir in einem Riesensouvenirladen unseren Vorrat an Mitbringsel erhöht, darunter ein wirklich schönes T-Shirt für Meike. Thomas sorgt für den nötigen Umtausch deutscher Euros in finnische. Zufrieden widme  ich mich wieder ganz der Fahrtstrecke. 15 Kilometer später konnte sich auch Norbert nicht mehr daran erinnern, irgendwo links abgebogen zu sein: Also WENDEN, noch mal am Souvenirladen vorbei und dann Richtung Norwegen.

In der Hoffnung noch ein paar finnische Münzen zu ergattern tankt Norbert für einen „krummen“ Betrag. Doch der Seniortankstellenbetreiber durchschaut offensichtlich die Absicht und knallt unhöflich das Wechselgeld auf die Theke – viele deutsche Euromünzen. grrrr…

Auch der Grenzübergang nach Norwegen ist völlig unauffällig und die nun gelben Mittellinien sollten wir  schätzen lernen.

Durch eine Landschaft, die stark an Arizona erinnert, führen rauschende Bäche und in der Ferne  funkelt das Wasser zahlreicher stillen Seen im Sonnenlicht – also doch nicht Arizona.

Weitere Autofahrer außer uns scheint es hier nicht zu geben. Doch, häufig sehen wir norwegische Fahrzeuge am Straßenrand stehen deren Besitzer durch die Tundra streifen und Beeren pflücken; offensichtlich eine Delikatesse, denn freiwillig stellt sich bestimmt niemand den Mücken als Mahlzeit zur Verfügung!

 

Einsamkeit und Stille an einer der Hauptverbindungsstraßen über Finnland nach Norwegen

        

Um 15:00Uhr erreichen wir Karasjok. In dieser Stadt wohnen überwiegend Samen und so ist es klar, dass wir den Sapmi Erlebnispark im Programm stehen haben. Wir wollen etwas über die samische Kultur erfahren und deren Lebensformen kennen lernen.

Am Eingang werden wir von jungen Mädchen in samischer Tracht begrüßt, mit Prospekten versorgt und auf die Attraktionen des Parks hingewiesen.

Neugierig machen wir uns auf den Rundgang und stellen nach wenigen Zelten fest, das war`s. Wie, das war`s? Ja, abgesehen von einigen Zelten vor denen in englischer, norwegischer und samischer Sprache steht welchem Zweck diese dienten war da nichts. Ein junger Mann in samischer Tracht hockt am Boden und beschäftigt sich scheinbar mit Holzstäben, die irgendwann zu etwas Brauchbarem zusammengefügt werden sollen. Hilfswerkzeug zur Bearbeitung der Stäbe ist eine Akkubohrmaschine und beim näheren Hinsehen verschickt dieser samische Handwerker gerade eine SMS!

So besuchen wir noch das  „Kino“, in welchem eine Theater- und Filmvorführung zur Kultur und Mythologie der Samen dargeboten werden soll.

Inhaltlich und musikalisch ist diese Präsentation sehr eindrucksvoll, doch dieses Video konnte man letztendlich  in sämtlichen Souvenirläden kaufen.

In der Nähe des Erlebnisparks versuche ich mit der Eurocard Geld dem Bankautomaten zu entlocken. Meine Karte will dieser Automat, wie alle anderen späteren Automaten, nicht, er steht mehr auf meine EC Karte, na gut, auch recht.

Wieder auf der Straße Richtung Norden wird die Fahrt durch den Ausblick auf die näherkommenden Berge abwechslungsreicher.

In Lakselv am Porsangerfjord sehen wir die ersten Kilometerangaben zur Entfernung zum Nordkap.

Unser Tagesziel ist erreicht als wir auf den Campingplatz Stabbursdalen einbiegen.

Der Besitzer hat ein wenig Probleme uns einen Platz mit Strom zur Verfügung zu stellen, weil seine Buchführung nicht so ganz stimmt. Wir suchen uns schließlich selbst einen Platz aus – es sind ja genug frei.

In dieser Nacht wird mir die Bezeichnung Polarnacht richtig deutlich; um 0:45Uhr gehe ich mit Thomas noch einmal nach draußen; es ist heller als das was man unter dämmrig verstehen könnte – nur die Müdigkeit hält uns davon ab einfach aufzubleiben und irgendetwas zu tun, was man tagsüber auch machen würde. Die Aufnahme rechts entstand um 0:45 Uhr.

               

                                                                    

   Finnland                                                                                                                           Nordkap