24.4.2004  Strecke: Osnabrück (Dammer Berge) – Örkeljunga: 619 km   unterwegs: (incl. 2 Fähren) 12 Stunden 45 Minuten

Noch einmal würde ich nicht auf einem Autobahnrastplatz übernachten: Pausenlos bretterten PKWs, LKWs und Busse am Parkplatz vorbei: Ich glaubte, sie führen durch das Womo.

Somit war die Nacht für mich recht schlaflos, doch Norbert hat gut geschlafen und das ist das wichtigste!

Bereits um 7:00 Uhr frühstücken wir und das scheinbare Chaos im Womo geht Norbert ein wenig auf den Geist.

Um halb neun machen wir uns wieder auf die Autobahn und stellen uns in den Stau. Soviel Verkehr haben wir auf der Strecke Richtung Puttgarden nie zuvor erlebt.

Wir tanken wie gewohnt in der Neustädter Bucht.  Nachdem Norbert zunächst die Zapfsäule für Dieselkraftstoff verpasst hat wendet er innerhalb der Tankstelle. Gerade wieder das Womo geradeaus gestellt fährt ein Polizeiwagen auf das Tankstellengelände – Glück gehabt! 

 

Für die nur noch 350 km bis zur Fähre Puttgarden – Rodby brauchten wir 8 ½ Stunden. Bis zur Fehmarnsundbrücke geht die Fahrt nur stockend vorwärts, dann urplötzlich ist die Straße frei.

Wir sehen unserer gebuchten Fähre beim Ablegen zu, werden aber gleich mit der nächsten  mitgenommen.

Das Einparken mit dem Wohnmobil auf dem separaten Deck ist eine neue Erfahrung und nur wenig schweißtreibend.

 

Gegen 19 Uhr erreichen wir Dänemark. Die Überfahrt auf der (zwar recht vollen) Fähre bei strahlendem Sonnenschein ist nach der Autobahntortour in Deutschland endlich motivierend.

In Dänemark kommen wir zügig voran und in Helsingör erwarten uns nur ein paar Angler, einige weitere Reisende und ziemlich viele „Fußgänger“, die mit uns die Fähre um 21:20 Uhr nach Helsingborg nehmen.

Wir bleiben während der Überfahrt im Womo und gönnen uns Frikadellen und lauwarmen Kaffee. 

Beim Öffnen der Bugklappe erkennen wir den Grund der ungewöhnlich großen Anzahl an „Fußgängern“: In Helsingborg findet ein Fest mit großer Kirmes statt: Riesenrad, Bungee springen und nervenkitzelnde Fahrattraktionen werden lautstark bis hinüber zum Hafen angekündigt und durch bunte Beleuchtung weithin sichtbar.

Für einen Moment überlegen wir links hinüber zum „Karneval in Helsingborg“ abzubiegen, doch es ist schon 21:45 Uhr und wir wollen nach so vielen Stunden Fahrt nicht auch noch in der Stadt nach einem Parkplatz suchen müssen.

Der Schlagbaum an der Grenze öffnet sich unbemerkt durch Auslösen der Lichtschranke.

So lassen wir uns fast wie von selbst durch einige Kreisverkehre hinaus auf die alt bekannte E 4 treiben und fahren bis kurz vor Örkeljunga. Es ist mittlerweile 22:15 Uhr.

Auf einem gut beleuchteten Rastplatz – Burger King inklusive, schließlich haben wir ein Geburtstagskind an Bord – beschließen wir zu übernachten.

Gestärkt von Fritten, Kartoffelsalat und Erdbeerkuchen schlafen wir richtig tief und fest.

 

 

25.7.2004                 Strecke Örkeljunga – Mora/Siljansee: 673 km   unterwegs: 9 Stunden 50 Minuten

Heute brauchen wir 1 Stunde und 20 Minuten, um vom Frühstückstisch auf die Strecke zu kommen; diese Zeit können wir zukünftig erheblich geringer einplanen, denn endlich bekommt Norbert den Verschlusshebel des Gasflaschenstauraumes in den Griff: Kräftig draufschlagen!

            

So ganz hat Meike und Thomas die Reiselust noch nicht gepackt; die Festung in Gränna am Vätternsee müsste normalerweise die Stimmung heben, doch die Tatsache, dass wir hier nur wenige Kilometer Luftlinie von Björkhult entfernt sind aber nicht dorthin fahren, drückt ein wenig auf die Stimmung.

Auf diesem Rastplatz vernichten wir den restlichen Erdbeerkuchen, der schon anfängt zu gären und  tanken zum ersten mal schwedischen Diesel.

Und mit dem Moment, wo ich eine Skandinavienkarte mit unseren einzelnen Tagesetappen an die Schranktür klebe erwacht das Reisefieber in Meike und Thomas: Mit der Karte an der Schranktür bekommen sie eine  Vorstellung davon wie lang die Tagesetappen sind, wo wir heute übernachten, wie weit wir am nächsten Tag fahren wollen usw....

Nun fängt auch für sie die Fahrt richtig an!

Am Nachmittag erreichen wir den Tällberg am Siljan See. Weil Norbert zu früh vom der 45  abbiegt bereichert er seine Erfahrung in schmale Schotterpiste fahren sofort um 100%.

      Irgendwo, wo wir meinen: hier ist die schönste Aussicht, halten wir an.

Wie „Japaner“ fotografieren und filmen wir was uns vor die Linse kommt.

Tällberg ist ein wunderschöner kleiner Ort am Siljansee mit toller Aussicht. Alle Häuser sind liebevoll hergerichtet und sehr urtümlich. Man spürt, dass hier die Traditionen (Fest zur Mitternachtssonne u.a.) hochgehalten werden

        

 

Bevor es zum Ziel des heutigen Tages – Rättvik – geht fotografieren wir den wolkenverhangenen Himmel, so gut wir können.

Dass Planung und Realität nicht ganz zusammenpassen  sollten wir bereits eine halbe Stunde später in Rättvik erfahren.

Zunächst großes Staunen über die unzähligen Oldtimer aller denkbaren Marken. Dann folgt der Erkenntnis: Hier ist heute ein Oldtimertreffen die Ernüchterung: Somit gibt es keinen freien Campingplatz!

Mit Tempo 10km/h, Bilder der Autos aufsaugend bis dass die Speicherkapazität des Hirns erschöpft ist, verlässt Norbert Rättvik in Richtung Mora.

Wir folgen einfach den Hinweisschildern mit Wohnwagensymbol und werden mitten in Mora fündig: Um 20:00Uhr erobern wir unseren ersten Stellplatz auf dem Campingplatz Mora Parken und uns gelingt es erfolgreich zu verbergen, dass wir lupenreine Anfänger sind. Konzentriert verknüpft Norbert das Stromkabel mit „unserer“ Box und Meike und Thomas erkunden die nähere Umgebung des Womos (im Umkreis von etwa 3,78m); zu Viert belagern wir die etwas spärlichen aber sauberen Toiletten auf dem größten aller in diesem Urlaub angefahrenen Campingplätze, und als Thomas sich alleine auf Erkundungstour begibt macht er die Erfahrung, dass Camperkinder kontaktfreudig sind. Dieses Erlebnis wiederholt sich für Norbert: Beim Abendspaziergang (nach dem fantastischen Goulasch) fing er beinahe einen etwa 7 jährigen Ramboradfahrer auf, der vergessen hatte, beim Fahren nach vorne zu schauen.

Mora versinkt am Abend in dem wunderbaren Farbenspiel der untergehenden Sonne und Meike in ihrer Zuneigung zu den Enten auf dem Teich hinter dem Wohnmobil.

673 km sind wir an diesem Tag gefahren und nach 10 Minuten Anstehen auf der Toilette beenden wir den ersten wirklich interessanten Tag unserer Reise.

Es geht los                                                                                                                    Start Mittelschweden